Chronik

„Aus der über 125jährigen Chronik unseres Vereins…..“

„Es waltet in jeder Zeit ein Geheimnis verwandter Geister. Schließt, die ihr zusammengehört, den Kreis fester, damit die Wahrheit der Kunst immer herrlicher leuchte, überall Freude und Segen verbreitend!“ (Robert Schumann)

Von solchen Gedanken mögen auch jene 16 Königsbrunner beseelt gewesen sein, als sie sich nach Jahren gemeinsamen und ungezwungenen Singens in froher Runde entschieden, am 16. Januar 1886 eine Chorvereinigung zu gründen. Sie wählten den Namen „Gesangverein Königsbrunn“.

Der erste öffentliche Auftritt des Männerchores war die Sedanfeier des Krieger- u. Veteranenvereins. In den ersten Aufbaujahren wurden vor allem Feierstunden musikalisch umrahmt und bereichert.
Ca. 20 aktive und zwischen 10 und 35 passive Mitglieder erfüllten Chor und Verein zur damaligen Zeit mit Leben. Zum 25jährigen Bestehen erhielt unser Verein eine Fahne. Im Hofraum der Gaststätte „Zum Hirsch“ (heute: Hotel Zeller) fand am 18. Juni 1911 die Jubelfeier mit Fahnenweihe unter Beteiligung von 11 Musikern des „Bayer.-Feld-Artillerie-Regiments Augsburg“ statt. Gleichsam als Geburtstagsgeschenk gab sich an diesem Tag der Verein den Namen Liederkranz Königsbrunn.
Die Sängergesellschaft „Einigkeit Haunstetten“ übernahm die Patenschaft.

Der 1. Weltkrieg unterbrach die Aktivitäten des Vereins. Insgesamt 65 Sänger des Chores wurden im Verlauf der Jahre 1914 – 1918 zu den Waffen gerufen, 17 verblieben auf dem Felde der Ehre. Die Nachkriegsjahre waren noch durch die Kriegsfolgen geprägt. Es wurden keine größeren Feste gefeiert. Erst am Sonntag,, den 13. Juni 1926 konnte der Verein sein 40jähriges Bestehen im Vereinslokal „Zum Hirsch“ unter zahlreicher Beteiligung der Nachbarchöre aus Haunstetten, Inningen und Bobingen groß feiern. Den krönenden Abschluß bildete ein Gesamtchor mit 2 Stücken aus dem Regensburger-Liederbuch:

Im Juni 1936 feierte der Liederkranz sein 50jähriges Bestehen. Mit einem Festabend zu Beginn und sonntags unter Beteiligung von 300 Sängerinnen u. Sängern ging das große Fest mit einem gemeinsamen Freundschaftssingen zu Ende. Hans Heinrichs Werk „Wo gen Himmel Eichen ragen“ sangen alle Chöre gemeinsam unter Leitung des damaligen Dirigenten Friedrich Lang.

Nach dem 2. Weltkrieg war durch Kontrollratsgesetz der amerikanischen Militärregierung jede Zusammenkunft untersagt. Erst im Januar 1947 trafen sich 47 Sänger wieder im alten Vereinslokal, um weiter zu singen.

Im Jahr 1949 bereits kamen größere Auftritte: Unter damaliger Leitung von Rektor Handschuh führten der Liederkranz mit den übrigen Königsbrunner Chören und einer Instrumentalgruppe Schillers Dichtung „Das Lieder von der Glocke“, vertont von A. Romberg, mit großem Erfolg auf. (Die Aufführung musste dreimal wiederholt werden). Der Erlös diente der Wiederbeschaffung der Kirchenglocken.

Als damaliges Mitglied des DAS , der sich als Rechtsnachfolger des „Deutschen Sängerbundes“ konstituierte, konnte der Chor am 22. Juni 1952 ein Sängertreffen in Königsbrunn ausrichten. Ein begeisterndes Erlebnis.

Im gleichen Jahr wurde die Chorgemeinschaft unter Protest der älteren Männer auch für Frauenstimmen geöffnet: Es entstand der gemischte Chor. Zum 80jährigen Bestehen war ganz Königsbrunn am 4. und 5. Juni 1966 mit Tannengrün und wehenden Fahnen geschmückt. Die neue Vereinsfahne - nach einem Entwurf des Kunstmalers Marcel Zapf – wurde geweiht.

1955, während eines Chorkonzertes, konnte erstmals das „Königsbrunner Heimatlied“ (Text: Fritz Hillesheimer, Vertonung:damaliger Chorleiter Heinz Schedel) aufgeführt werden.

In den Folgejahren kamen unter neuer Chorleitung auch anspruchsvollere Stücke zur Aufführung:
Händels „Messias“ (1971) oder Haydns „Schöpfung (1972), die „Krönungsmesse“ von Mozart (1973) und das „Weihnachtsoratorium“ v. J.S. Bach (1973). Die Sängerinnen u. Sänger sowie auch die „Vereinskasse“ wurden letztlich bis an die Grenzen gefordert.

Dies führte mit einer Sängerschar von noch ca. 15 aktiven Sängerinnen und Sängern zu einem erneuten Wechsel der Chorleitung . Anton Schneider konnte gewonnen werden, der schließlich im Jahr 1999 sein 25jähriges Chorleiterjubiläum beim Liederkranz feiern konnte.

100 Jahre Liederkranz: „1986 ein Jubiläumsjahr mit mehreren Festveranstaltungen“. Dazu gehörten traditionell:
Festabend, Besuch des Kriegerdenkmals zu Ehren der verstorbenen Mitglieder, Empfang im Rathaus sowie der Zeltgottesdienst während der Königsbrunner Gautsch.
Als ein gelungener Höhepunkt am Festsonntag konnte der Gemeinschaftschor im Forum an der Karwendelstrasse mit über 2000 Sängerinnen u. Sängern (aus den vielen geladenen befreundeten Chören) genossen werden. Bei schönstem Sommerwetter ein Erlebnis für Aktive sowie die vielen, vielen Zuhörer.
Die Königsbrunner Bürger konnten an diesem Tag auch ihr „Singendes Königsbrunn“ erleben:

Alle geladenen Chöre gaben eine Kostprobe Ihres Liedgutes an verschiedenen öffentlichen Plätzen in ganz Königsbrunn zum Besten. Abschließend fand im Oktober des Festjahres ein wunderschöner Festball im Hotel Zeller (Schwarz-Weiß-Ball) statt. Das Weihnachtskonzert im Dezember beendete das anstrengende, aber erfolgreiche Festjahr.

Als besondere Auszeichnung erhielt der Verein zum 100jährigen Jubiläum die „Zelter-Plakette“, die im Auftrag des Bundespräsidenten vom damaligen Staatssekretär Edmund Stoiber während eines offiziellen Festaktes überreicht wurde.

Während der letzten Jahrzehnte ist der „Liederkranz“ durch seine Aktivitäten mit dem Kulturleben der Stadt Königsbrunn engstens verbunden. Die Konzerte und Auftritte bereichern die vielfältigen Angebote des Veranstaltungskalenders.
Jährliches eigenes Frühjahrs- u. Weihnachtskonzert, Veranstaltung u. Mitwirkung bei Freundschaftssingen und Sängertreffen, Konzerten anderer Vereine…… Es ist schon traditionell, dass der Verein bei Veranstaltungen der Stadt Königsbrunn und an kirchlichen Festen mitwirkt z.B. Fronleichnam, Serenadenabend, Volkstrauertag, Niklausmarkt, Besuche in Krankenhäusern u. Altenheimen……

„Königsbrunner Liederkranz wird 1. Kulturpreisträger der Stadt Königsbrunn“, so eine Schlagzeile der örtlichen Presse. Auf diesen, im Jahr 1996 erstmals von der Stadt Königsbrunn vergebenen Kulturpreis ist der „Liederkranz Königsbrunn“ sehr stolz.

Als musikalisch verantwortlicher Leiter konnte seit 2006 Chordirektor Josef Hauber (ebenfalls Kulturpreisträger der Stadt Königsbrunn) gewonnen werden.
Er versteht es, die qualitative Leistungsfähigkeit des Chores Woche für Woche mit einer unverwechselbaren Begeisterung und Motivation zu steigern. Neben anspruchsvollem Chorgesang pflegt der Verein selbstverständlich auch das gesellige Beisammensein in der großen Chorgemeinschaft.
Nur so kann ein Verein so lange Bestand haben.
Auf die nächsten „100 Jahre“……!!!!

125 Jahre Liederkranz

Das Jubiläumsjahr 2011 beging der Liederkranz unter der Leitung von Chordirektor Josef Hauber mit einem Reigen von drei Konzerten, bei denen renommierte Gesangssolisten und das Orchester „Sinfonia Augustana“ mitwirkten. Den Auftakt zum Jubiläum bildete das „stimmgewaltige“ (Presse) Adventskonzert 2010. Dabei präsentierte der Chor Ausschnitte aus Händels „Dettinger Te Deum“ und dem Oratorium „Der Messias“ sowie Teile aus dem Weihnachtsoratorium von Bach. Das Wochenende 16./17. Juli war der Höhepunkt des Jubeljahres. Beim großen Festkonzert in der Mittelschule Süd kamen feierliche Chöre von Beethoven, Elgar, Händel und Purcell, sowie Lieder, von Brahms, Mozart, Strauß und anderen, die sich um das Thema Liebe ranken, zur Aufführung.

Außerdem war erstmals Josef Haubers Liederzyklus „Nachtzauber“ zu hören. Die Presse würdigte das Engagement des Liederkranzes entsprechend: „Gesangverein Liederkranz feiert sein 125-jähriges Bestehen mit fulminantem Festkonzert.“Anderntags fand am selben Ort das Freundschaftssingen mit vier Chören statt. Mit dabei waren der Patenverein, die Sängergesellschaft „Einigkeit Haunstetten“, der Chor der Wallfahrtskirche Biberbach und die Augsburger Sängerfreunde. Ein festliches Adventskonzert beschloss das Jubiläum. Der Liederkranz begeisterte 600 Zuhörer in der Kirche „Zur Göttlichen Vorsehung“, unter anderem mit dem achtstimmigen Werk „Lasset uns frohlocken“ von Mendelssohn-Bartholdy, Mozarts „Laudate Dominum“ und Kompositionen von Corelli und Purcell, aber auch mit modernen Chorstücken von Orff und Rutter und dem „Sancta Maria“ von Josef Hauber.

Anlässlich des Doppeljubiläums – Liederkranz 125 Jahre, 150. Jahrestag der Kirchenweihe von St. Johannes - gestaltete der Liederkranz am Sonntag „Cantate“ (Singet!) zusammen mit dem Posaunenchor einen feierlichen Gottesdienst in der evangelischen St.-Johannes-Kirche.

Nicht nur gesanglich glänzten die Chormitglieder zum 125. Geburtstag mit Höchstleistungen , auch beim alljährlichen Faschingsball ging’s bei dem Singspiel „Gipfelstürmer“ „hoch hinaus“.

Rückblickend auf ein eindrucksvolles Jubiläumsjahr hob Vorsitzender Horst Emich den hervorragenden Einsatz von Chordirektor Josef Hauber und Sängervorstand Margit Heider-Enzensberger heraus, betonte aber auch das Engagement aller Beteiligten: „Solch ein großartiger Erfolg ist nur möglich, wenn alle zusammenhelfen…und das gelingt uns immer wieder aufs Neue.“

In der 128. Jahreshauptversammlung 2014 beschlossen die Vereinsmitglieder die Änderung des Vereinsnamens in VOX CORONA Königsbrunn, der erste Schritt zur Innovation. Um die Perspektive des Chores langfristig zu sichern - das heißt, ihn für jüngere Sänger attraktiver zu machen - wird auch das Repertoire mit Titeln aus Pop, Schlager und neuzeitlicher klassischer Chormusik erweitert und das optische Design des Vereins neu ausgerichtet.

Es schwinden jedes Kummers Falten, so lang des Liedes Zauber walten. (Schiller)